Transformation mit System

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Ozeandampfer und Eisberg © Michael Rosskothen / Fotalia.de

Transformation heißt, das System zu verändern

Als ich vor Jahren als Krankenhausgeschäftsführer Lean Management einführte und damit begann, Vorträge zu halten oder Artikel zu veröffentlichen, warnte mich mein damaliger Coach. „Ich solle kein Lean-Fuzzi werden, wenn ich weiterhin als Führungskraft anerkannt werden will.“ In vielem konnte ich ihm folgen. Hier allerdings irrte er gewaltig, was mir zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht bewusst war.  

Mein Beitrag

Nach meinem Abschied aus der Krankenhausgeschäftsführung wollte ich mich ausschließlich auf das Coaching und Training von Führungskräften konzentrieren. Wer Organisationen verändern möchte, so meinte ich, braucht eine moderne, qualifizierte und innovative Führung. Wenn sich jeder einzelne persönlich und fachlich in seiner jeweiligen Rolle weiterentwickelt, so die Idee, wird sich das System insgesamt positiv verändern: die Qualität wird steigen, das Unternehmen wird wirtschaftlicher und die Mitarbeiter zufriedener.

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© freshidea / Fotalia.com

Falsch ist der Gedanke nicht, doch greift er viel zu kurz. Veränderung bleibt auf diese Weise fast immer eine Schnecke. Wir überschätzen gerne die Wirkung des Einzelnen in einer komplexen Organisation und unterschätzen ihre Beharrungskräfte. Eigentlich wissen wir längst, dass erst, wenn das ganze System in Bewegung gerät, wenn völlig neue Anforderungen entstehen und unbekannte Bedingungen herrschen, Strukturen, Beziehungen, Kommunikationsprozesse und Kompetenzen sichtbar in Bewegung geraten und sich neu sortieren, sich weiterentwickeln. Dieser Effekt tritt kollektiv ein, und eben nicht individuell.

Kulturwirksame Veränderungsprozesse müssen Mitarbeitenden vom ersten Tag an einen Sinn stiften und sichtbare Ergebnisse schaffen. Sie dürfen sich nicht in Folien erschöpfen und auf kommunikative Prozesse reduzieren, wie wir es so häufig aus dem Change Management kennen. Auch reicht es nicht, bei Mitarbeitenden lediglich die Hoffnung auf irgendeinen Sinn oder spürbare Ergebnisse irgendwann in der Zukunft zu wecken. Der Mensch lebt vor allem im Heute. Wirkliche Entwicklung setzt nur dann ein, wenn es morgen etwas zu sehen gibt.

Die letzten Jahre haben meine Einschätzung zur tatsächlichen Wirkung von Coachings und Trainings fundamental verändert. Für mich stellen sie heute zwar immer noch einen wichtigen Bestandteil meiner Arbeit dar. Das jedoch ausschließlich, wenn sie in einen umfassenden Transformationsprozess eingebunden sind, in dem der Patient in den Mittelpunkt gestellt wird. Ich möchte, dass Führungskräfte wie Mitarbeitende systematisch lernen, ihre Organisationen kontinuierlich und sichtbar zu verbessern, Verschwendung zu reduzieren und sichere ebenso wie effiziente Prozesse zu schaffen. Das Ziel dieser Reise lautet Qualität, Wirtschaftlichkeit und Mitarbeiterorientierung. Die Reise selbst zieht gewaltige Veränderungen auf allen Ebenen des Unternehmens nach sich.

Agenda

Lean Management und Shopfloor Management stellen heute die Grundlage meiner Arbeit als Coach und Organisationslehrer dar. Sie schaffen erst das Fundament, das eine umfassende Transformation dauerhaft produziert und trägt. Ihre Ergebnisse sind ebenso beeindruckend wie die Reise selbst, die eine Organisation bis zum Ziel zurückzulegen hat.

In „Das Geheimnis des Lean Hospitals“ stelle ich Ihnen meine Sicht vom schlanken Krankenhauses vor.

In Change Management mit erlebbarer Wirkung beschreibe ich die Zutaten eines erfolgreichen Change Prozesses.

Wie lässt sich eine Methode besser veranschaulichen, als durch ihre Ergebnisse, die sie erzielen kann? In „Lean Transformation – das Ergebnis“ wage ich einen Ausflug in die Zukunft, die für einige Krankenhäuser heute schon begonnen hat.

In meinem Blog werde ich in Zukunft regelmäßig Bericht erstatten über Fortschritte, Erkenntnisse oder Probleme, die ich auf meinen diversen Kundenreisen erlebe.

 

© Jörg Gottschalk 2017

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