Ist Lean zu demokratisch?

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Ist Lean zu demokratisch?

Autor: Jörg Gottschalk

Unsichtbare Demokratie

… der Einwand eines hochrangigen Konzernlenkers während meines Vortrages hat mich kurz innehalten lassen. Ist es wirklich (zu) demokratisch, wenn Mitarbeiter gemeinsam um Lösungen ringen und auf das Recht pochen, mindestens im Kleinen eigene Entscheidungen zu treffen? Es könnte tatsächlich diesen Anschein erwecken, vor allem dann, wenn auf der Führungsebene eines Konzerns die Sorge herrscht, es könnte parallel an dem Gleichen gearbeitet werden und damit würden diffus unterschiedliche Lösungen entstehen. In einer starken, sehr zentralen Struktur ruft Ungleichheit stets Unruhe aus.

Selbst wenn es so kommen würde, es handelte sich allenfalls um eine Scheindemokratisierung. Mitarbeiter treffen minütlich hunderte von Entscheidungen. Nur einen Bruchteil dieser Entscheidungen treffen Führungskräfte. Führende gelten zwar als die Entscheider eines Unternehmens, sie treffen aber nur einen verschwindend geringen Teil dieser Entscheidungen selbst. Würden sie all diese Entscheidungen selbst treffen, würde das System vermutlich zusammenbrechen.

Sichtbare Demokratie

Man könnte also genauso gut annehmen, dass in einem transparenten System der Verbesserung nicht mehr Demokratie herrscht, sondern lediglich mehr transparente Demokratie. Sicher ist, dass Führung heute lediglich einen Bruchteil dieser Entscheidungen überhaupt kennt, ja kennen kann. Transparenz verschafft ihr folglich mehr Einfluss, selbst wenn sich ihre sichtbare Entscheidungstiefe verringert.

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Impressum: © 2017 Jörg Gottschalk, Berlin

 

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